Im freiwilligen Engagement – und besonders hier – muss der Jugendschutz groß geschrieben werden. Zeigen doch die offiziellen Statistiken des Bundeskriminalamtes (BKA), dass die Täter wie auch die Täterinnen zumeist aus dem persönlichen Umfeld der überproportional häufig jungen Opfer stammen. Die Zahlen sind erschreckend: In der polizeilichen Kriminalstatistik des BKA von 2008 werden Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen unter dem Titel „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ mit 7.292 Fällen beziffert (BKA 2008). Die Aufrufe, gegen Vergewaltigungen und sexuelle Nötigung präventiv-wirksame Maßnahmen zu ergreifen, scheinen also berechtigt.
Bei dem freiwilligen Engagement in der Kindertagesstätte sind polizeiliche Führungszeugnisse der Engagierten schon seit geraumer Zeit vorgeschrieben. Mit dem Nachweis über die „weiße Weste“ der Freiwilligen soll sichergestellt werden, dass bereits auffällig gewordene Personen keine Möglichkeit bekommen sich an Kindern zu vergehen. Der Antrag eines polizeilichen Führungszeugnisses ist sehr simpel und kostet nicht mehr als 13,-€; die natürlich von der Einrichtung erstattet werden sollten. Engagierte Menschen, denen das Wohl unserer Kinder am Herzen liegt, werden also sicherlich kein Problem mit dem Antrag eines solchen Führungszeugnisses haben.
Doch halt! Erkennen wir hier nicht die äußerst umstrittene Argumentation der BefürworterInnen des sog. Zugangserschwerungsgesetzes, das der „massiven Bilderflut kinderpornographischer Inhalte im Internet“ Einhalt gebieten will? Wer nichts zu verbergen hat, kann doch auch nichts gegen eine Kontrolle seiner Person haben. Und wer sich doch gegen die Kontrolle sträubt ist „z.T. schwer pädokriminell“. Ob man es glauben will oder nicht, dem im Zuge des Wahlkampfes lancierten Gesetz zur Sperrung vom BKA ausgewählter Webseiten mit kinderpornographischen Inhalten, lag eben diese Schwarz-Weiß-Argumentation zu Grunde, was wiederum Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler auf den Plan rief. Diese monierten zu tausenden, das der Sperrung von Webseiten ohne rechtsstaatliche Grundlage einer Zensur gleichkomme und zudem der freien Entfaltung der Persönlichkeit entgegenstehe.
Doch zurück zum polizeilichen Führungszeugnis und dem Nachweis der „weißen Weste“ freiwillig Engagierter: Auch hier könnten wir beanstanden, dass in einem Führungszeugnis nur Straftaten verzeichnet werden, für die der Delinquent oder die Delinquentin vorbestraft wurde. Geringfügigere Delikte also, die bspw. mit Geldstrafen von bis zu 90 Tagessätzen oder Freiheitsstrafen von bis zu drei Monaten geahndet wurden, finden nur in besonderen Fällen Eingang in das polizeiliche Führungszeugnis (§32 BZRG). Da aber bei Weitem nicht alle Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aufgeklärt, richterlich verurteilt oder auch nur zur Anzeige gebracht werden, ist äußerst fraglich, ob das polizeiliche Führungszeugnis eine wirksame Maßnahme gegen den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist. Angesichts der Tatsache, dass für Engagementwillige hier Unannehmlichkeiten und im schlechtesten Falle Kosten entstehen, könnten wir sogar sagen, dass diese Maßnahme der Förderung des freiwilligen Engagements in Deutschland entgegen steht.
Für wahr: Ausführlich erprobte und etablierte Mechanismen die Straftaten – in welcher Form auch immer – vorbeugen sollen und Freiwilligen-Managerinnen und Managern im Umgang mit Engagierten Sicherheit geben, sollen hier keinesfalls zerredet werden. Viel mehr wollen wir mit dieser Diskussion Denkanstöße für einen wirksameren Kinder- und Jugendschutz geben. Neben dem Schutz von jungen Menschen gilt es schließlich auch den guten Ruf des freiwilligen Engagements zu schützen.
Hierfür scheint uns eindeutig, dass die vorgeschriebene Überprüfung Engagementwilliger durch ein Führungszeugnis eben auch Schwächen hat, die es zu Bedenken gilt. Zum einen wird dem freiwilligen Engagement mit einem unzulässigen Generalverdacht eine Barriere vorgestellt und zum anderen überwinden leider auch auffällig gewordene Engagementwillige unbemerkt diese Schranken. Unserer Meinung nach müssen im freiwilligen Engagement gute Rahmenbedinungen geschaffen werden, die eine Begleitung Freiwilliger stets ermöglicht und unbemerkte Übergriffe „schwarzer Schafe“ verhindert.
Was meinen Sie, sind die gesetzlich vorgeschriebenen Personenkontrollen beim Engagement in Kinder- und Jugendeinrichtungen ausreichend um junge Menschen vor sexuellen (oder sonstigen) Übergriffen zu schützen? Sind die Freiwilligenorganisationen hier in der Pflicht mehr zu tun, oder können wir immer auf das Gute im Menschen vertrauen? Wie gehen Sie mit diesem Drahtseilakt zwischen notwendiger Kontrolle und motivierendem Vertrauen um?
Mittwoch, 2. Dezember 2009
Samstag, 21. November 2009
NPO-Blogparade: Zur Implementierung von Social Media Aktivitäten in NPOs
Katrin Kiefer vom Blog netzwerkPR fragt in der nun 12. Runde der NPO-Blogparade, wie Social Media in gemeinnützigen Organisationen implementiert werden kann.
Für wahr: Die Parallelen scheinen mir deutlich. Auch bei der Implementierung eines Freiwilligen-Managements muss mit Widerständen und verschiedensten Befürchtungen seitens der Mitarbeitenden und der Organisationsleitung umgegangen werden.
Aber auch wenn es einige Menschen gibt, die meinen mit den neusten Kommunikationswerkzeugen perfekt umgehen zu können -- und einige Netizens tun tatsächlich manchmal so -- drücken diese immer wieder gestellten Fragen die Befürchtungen eben der Menschen aus, die zukünftig die Internetaktivitäten ihrer Organisation schultern sollen.
Bei den Überlegungen die eigene Organisation zukunftsfähig zu gestallten, sollte es freilich nicht darum gehen, so viel Kraft wie irgend möglich auf das Finden von Gegenargumenten zu verwenden (siehe Seth Godin: „the problem with non“). Befürchtungen, die im Arbeitsalltag dann zu handfesten Widerständen führen können, müssen aber wohl besprochen und geklärt werden. Ohne die Mitarbeitenden, die mit den Freiwilligen in direktem Kontakt stehen bzw. News mittels Social Media verbreiten sollen, wird schließlich nichts aus organisierter Freiwilligenarbeit oder dem brauchbareren Social Media Auftritt.
Ich denke schon nach diesen kurzen Ausführungen ist deutlich geworden, dass die Implementierung von Social Media Aktivitäten in NPOs ähnlich der der Implementierung eines Freiwilligen-Managements verlaufen kann. Angelehnt an die Prinzipien des Freiburger Management Modells, will ich also im Folgenden die ersten konkreten Schritte auf dem Weg zum Social Media Einsatz formulieren:
Die vorgestellten Schritte zur Implementierung von Social Media Aktivitäten in NPOs lesen sich sicherlich einfacher als sie schlussendlich umzusetzen sind. Schon bei Schritt eins – der Entscheidung der Organisationsleitung -- ist die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns groß. Häufig höre ich von Geschäftsführern und Geschäftsführerinnen, die schon bei dem Wort „Social Media“ abschalten. Nicht etwa, weil sie nichts von dem „neuen Internet“ halten, sondern weil ihnen die Fachsprache voller Anglizismen, die sich übersetzt auch nicht viel besser anhören, per se suspekt ist. ‚Müssen wir den jeden Mist nachahmen, den uns die Amis vormachen?’
Hier sind die Social Media Nutzerinnen und Nutzer gefragt, die schon in der Organisation arbeiten. Sie müssen Übersetzungs- und Überzeugungsarbeit leisten und die Möglichkeiten eines Social Media Einsatz in der NPO so eingängig wie möglich erläutern. (Wie Jayne Cravens zeigt ist das auch beim Freiwilligen-Managemet nicht anders.) Sicherlich können hier auch Beraterinnen und Berater eine Rolle spielen, doch braucht es hier auch wieder eine Entscheidung der Leitungsebene, die sich -- ob aus Unsicherheit oder mangelnder Erfahrung -- gegen eine proaktive Webkommunikation sträubt.
Auch wenn es keine einfache Aufgabe ist, in einer eher traditionell kommunizierenden NPO für den Social Media Einsatz zu kämpfen, es lohnt sich -- auch und gerade für die Angestellten, die sich dabei nämlich eine wichtige Nische erkämpfen können. Außerdem meine ich bei Organisationsinternen Netizens den Vorteil einer schnelleren Einarbeitung in die organisationelle Webkommunikation auszumachen. Als Insiderinnen und Insider (im doppelten Sinne) können sie das von Katrin Kiefer ebenfalls angesprochene Problem der alten Kommunikation in neuen Kanälen eher verhindern.
„Welche Schritte müssen NPOs vollziehen, um Social Media erfolgreich einsetzen zu können.“Aus meiner Warte ist das eine spannende Frage. Besonders, weil ich in diesem Bereich einige Parallelen zur Freiwilligenarbeit bzw. zum Freiwilligen-Management vermute, wie es angelehnt an das Freiburger Managementmodell in der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland gelehrt wird. Auch beim Management Freiwilliger geht es schließlich um die bewusste Steuerung dessen, was viele NPOs sowieso tun -- Freiwillige bzw. Ehrenamtliche einbeziehen. Im Falle des Freiwilligen-Managements nur eben geplant, organisiert, koordiniert und aus- bzw. bewertet (vgl. Freiwilligen-Management in "Sozialwirtschaft Diskurs").
Für wahr: Die Parallelen scheinen mir deutlich. Auch bei der Implementierung eines Freiwilligen-Managements muss mit Widerständen und verschiedensten Befürchtungen seitens der Mitarbeitenden und der Organisationsleitung umgegangen werden.
- Berechtigte Fragen der Mitarbeitenden sehen dabei bspw. so aus: ‚Machen die Freiwilligen dann unsere Arbeit?’ ‚Werden wir durch sie ersetzt?’ ‚Sind wir Dienstleister(innen) für die Engagierten oder anders herum?’ ‚Wird die Mehrarbeit beim Einarbeiten der Freiwilligen bezahlt?’ …
- Fragen der Organisationsleitung dagegen so: ‚Wie sind die Freiwilligen versichert?’ ‚Was machen wir mit Freiwilligen, die nicht zu unserer Organisation passen?’ ‚Wie können wir die Professionalität unserer eigentlichen Arbeit sichern bzw. wie kommunizieren wir das?’ ‚Wie müssen wir dann Organisationsinterna umgehen, von denen Freiwillige erfahren?’ …
- Mitarbeitende: ‚Wo soll ich die Zeit für diese ganzen Aktivitäten hernehmen?’ ‚Wer bezahlt dann meine Überstunden?’ ‚Was ist mit meinen persönlichen Daten, muss ich die dann alle ins Netz stellen?’ ‚Was passiert, wenn ich etwas falsch mache?’ …
- Organisationsleitung: ‚Wie kontrollieren wir den User Generated Content auf unserer Webplattform?’ ‚Können wir uns mit dem Social Web überhaupt gut darstellen?’ ‚Erreichen wir unsere Zielgruppe über das Social Web?’ …
Aber auch wenn es einige Menschen gibt, die meinen mit den neusten Kommunikationswerkzeugen perfekt umgehen zu können -- und einige Netizens tun tatsächlich manchmal so -- drücken diese immer wieder gestellten Fragen die Befürchtungen eben der Menschen aus, die zukünftig die Internetaktivitäten ihrer Organisation schultern sollen.
Bei den Überlegungen die eigene Organisation zukunftsfähig zu gestallten, sollte es freilich nicht darum gehen, so viel Kraft wie irgend möglich auf das Finden von Gegenargumenten zu verwenden (siehe Seth Godin: „the problem with non“). Befürchtungen, die im Arbeitsalltag dann zu handfesten Widerständen führen können, müssen aber wohl besprochen und geklärt werden. Ohne die Mitarbeitenden, die mit den Freiwilligen in direktem Kontakt stehen bzw. News mittels Social Media verbreiten sollen, wird schließlich nichts aus organisierter Freiwilligenarbeit oder dem brauchbareren Social Media Auftritt.
Ich denke schon nach diesen kurzen Ausführungen ist deutlich geworden, dass die Implementierung von Social Media Aktivitäten in NPOs ähnlich der der Implementierung eines Freiwilligen-Managements verlaufen kann. Angelehnt an die Prinzipien des Freiburger Management Modells, will ich also im Folgenden die ersten konkreten Schritte auf dem Weg zum Social Media Einsatz formulieren:
- Der erste Schritt zur Implementierung von Social Media Aktivitäten in einer Organisation muss die bewusste Entscheidung der Organisationsleitung für selbige sein. Dabei macht es – denke ich -- keinen großen Unterschied, warum sich die Organisationsleitung dafür entschieden hat. Sei es nun das Marketing-Potential, das im Web 2.0 gesehen wird, der Wille eine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet einzunehmen oder der npo-inhärente Auftrag zivilgesellschaftliche Prozesse zu begünstigen; die Entscheidung für den Social Media Einsatz zählt.
- Der zweite Schritt muss entsprechend meinen obigen Ausführungen die Kommunikation dieser Entscheidung und die Beschäftigung mit den Befürchtungen und Widerständen innerhalb der eigenen Organisation sein. Widerstände sind dabei nichts Schlechtes. Sie zeigen, wo es in Zukunft hacken könnte. Die verantwortlichen Mitarbeitenden, die die Social Media Aktivitäten schließlich schultern sollen, müssen also gehört werden. Sie müssen ihre Befürchtungen zum Ausdruck bringen und frei darüber Diskutieren, wie denn die Web-Kommunikation in ihren Arbeitsalltag integriert werden kann. Dabei sind sicherlich auch wieder Entscheidungen der Organisationsleitung vonnöten. Speziell, wenn es um die Vergütung dieses Mehraufwandes geht, können die Mitarbeitenden allein schließlich keine Lösung finden.
- Im dritten Schritt sollten gemeinsam Regeln und Leitlinien für die Web-Kommunikation vereinbart werden. Dabei gilt es weniger vorzuschreiben, was denn gesagt, geschrieben oder gefilmt werden darf, sondern was auf keinen Fall im Netz landen sollte. Diese Regeln sollten in einer userfreundlichen Form dann auch auf der Website der Organisation zu finden sein, um Unsicherheiten vorzubeugen und so auch Barrieren abzubauen.
- Wenn diese organisationsinternen Grundlagen für den Social Media Einsatz geschaffen sind, kann der vierte Schritt folgen: Die Konzeption des Auftrittes in den verschiedenen Social Media Diensten. Welche Zielgruppe soll über die verschiedenen Kanäle erreichen und wie? Welche Tools sollen überhaupt genutzt werden? Welche Art von Content soll in Facebook, welche in Twitter, was bei Xing und was bei Flickr eingestellt werden? Besonders wichtig ist diese Konzeption um Usreinnen und User, die der NPO auf mehreren Kanälen folgen, nicht mit exorbitant viel und immer gleichem Content zu erschlagen. (Was bei Obamageklappt hat, klappt nicht zwangsläufig in jedr NPO!)
- Schließlich folgt im fünften Schritt der Start oder auch das „kick off“. Hier gilt es zuallererst neugierig auszuprobieren und die gröbsten Fehler schon am Anfang zu machen, wenn es gerade einmal der „Harte Kern“ mitbekommt. Der gibt die Gefolgschaft nämlich nicht so einfach auf -- ist nicht so schnell irritiert oder frustriert, weil man ja weiß, dass die Aktionen noch in den Kinderschuhen stecken.
- Wenn die ersten Schritte mit Social Media Tools gemacht wurden und die Bedienung immer leichter von der Hand geht -- es dauert mit unter einige Zeit bis dahin -- gilt es im nun sechsten Schritt gezielt Netzwerke zu knüpfen und mit Stakeholdern in Kontakt zu treten.
Die vorgestellten Schritte zur Implementierung von Social Media Aktivitäten in NPOs lesen sich sicherlich einfacher als sie schlussendlich umzusetzen sind. Schon bei Schritt eins – der Entscheidung der Organisationsleitung -- ist die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns groß. Häufig höre ich von Geschäftsführern und Geschäftsführerinnen, die schon bei dem Wort „Social Media“ abschalten. Nicht etwa, weil sie nichts von dem „neuen Internet“ halten, sondern weil ihnen die Fachsprache voller Anglizismen, die sich übersetzt auch nicht viel besser anhören, per se suspekt ist. ‚Müssen wir den jeden Mist nachahmen, den uns die Amis vormachen?’
Hier sind die Social Media Nutzerinnen und Nutzer gefragt, die schon in der Organisation arbeiten. Sie müssen Übersetzungs- und Überzeugungsarbeit leisten und die Möglichkeiten eines Social Media Einsatz in der NPO so eingängig wie möglich erläutern. (Wie Jayne Cravens zeigt ist das auch beim Freiwilligen-Managemet nicht anders.) Sicherlich können hier auch Beraterinnen und Berater eine Rolle spielen, doch braucht es hier auch wieder eine Entscheidung der Leitungsebene, die sich -- ob aus Unsicherheit oder mangelnder Erfahrung -- gegen eine proaktive Webkommunikation sträubt.
Auch wenn es keine einfache Aufgabe ist, in einer eher traditionell kommunizierenden NPO für den Social Media Einsatz zu kämpfen, es lohnt sich -- auch und gerade für die Angestellten, die sich dabei nämlich eine wichtige Nische erkämpfen können. Außerdem meine ich bei Organisationsinternen Netizens den Vorteil einer schnelleren Einarbeitung in die organisationelle Webkommunikation auszumachen. Als Insiderinnen und Insider (im doppelten Sinne) können sie das von Katrin Kiefer ebenfalls angesprochene Problem der alten Kommunikation in neuen Kanälen eher verhindern.
Sonntag, 15. November 2009
Die brennenden Unis und der Fluss der Informationen
Am Mittwochabend war es soweit. Nach der Vollversammlung im Pysikgebäude der Technischen Universität Berlin zogen einige der Teilnehmenden kurzer Hand in den Audimax im Hauptgebäude um und besetzen selbigen. Damit war der Audimax der TU – wie viele andere Hörsäle und Aulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auch – für den Normalbetrieb nicht mehr oder nur noch über Umwege zugänglich. Sollte es nun keine reine Spaßaktion bleiben, lag es ab diesem Moment an den Aktivistinnen und Aktivisten bekannt zu geben, was das ganze eigentlich soll.
Unsere Unis auf einer größeren Karte anzeigen
Als ich am Donnerstagmorgen von der Besetzung hörte, tat ich, was ich in solchen Situationen häufig tue: Ich suchte Informationen direkt von der Quelle. Ich meine eine durchgängige Skepsis gegenüber der Radio-, TV- und Printmedien-Berichterstattung gehört schon dazu, wenn man sich über die Vorgänge in seinem Umfeld umfassend informieren will. Nicht das ich paranoid wäre! Ich bin mir einfach sicher, dass je nach ideeller, finanzieller oder politischer Ausrichtung der Berichterstattenden Informationen durch- oder weggelassen werden – ganz im Sinne des Gatekeeper-Begriffs.
Leider machten mir es die werten Besetzerinnen und Besetzer nicht leicht. Auf der Twitter-Suche nach #unibrennt, #tu und #berlin fand’ ich zwar einige Tweets, doch von Neuigkeits- oder Informationsgehalt keine Spur. Als ich am Mittwochmittag suchte war der letzte Eintrag über eine Stunde, der zweite in der Liste über sechs Stunden alt. Sollten mich hier alle guten Twittergeister verlassen haben? Natürlich nicht!
Es gab freilich Informationen; auch über Twitter und diverse Blogs. Nur konnten davon leider nur die Interessierten profitieren, die den TU-Blog zur Aktion und den Twitter-Account @TUBerlinbrennt auch kannten. Alle anderen blieben im Dunklen. Kaum Links zwischen den Blogs (nicht einmal zwischen HU, TU und FU) und hauptsächlich die solidarischen Hashtags #unsereuni und #unibrennt, die im gesamten deutschen Sprachraum verwendet wurden …
Im Nachhinein wundert es mich nicht, dass ich so wenige konkrete Informationen zum Protest in meiner Uni gefunden habe. Ich bin schlicht von einer anderen Logik ausgegangen. Ich dachte, ich könne das Social-Web-Ordnungsprinzip der Verschlagwortung nutzen um Informationen über die TU zu bekommen. Viiiiiel zu kompliziert gedacht! Ich hätte mich einfach nur unter das Banner #unibrennt und #unsereuni stellen und ausdrücklich nach einem TU-Twitter-Account fragen müssen, die ich dann sicherlich von irgendeinem zusätzlich nach Schlagworten Suchenden auch bekommen hätte.
Es lag wohl an der Brisanz und Reichweite der Proteste, dass selbige ab Freitagabend doch noch ein recht annehmbares Echo in den traditionellen Medien erreichten. Einige der Formulierungen jedenfalls, die in den Blogs zum Thema zu finden waren, fanden sich auch in Print- und Online-Medien wieder. Das beweist für mich erneut, dass das Bloggen tatsächlich etwas bringt. Es nützt den Journalistinnen und Journalisten als Formulierungs- und Einstiegshilfe, muss im Falle der Studi-Proteste (zumindest in Berlin) aber noch viel weiter ausgebaut werden. Macht eure nützlichen, interessanten und verbreitungswürdigen Informationen doch bitte besser auffindbar!
Unsere Unis auf einer größeren Karte anzeigen
Als ich am Donnerstagmorgen von der Besetzung hörte, tat ich, was ich in solchen Situationen häufig tue: Ich suchte Informationen direkt von der Quelle. Ich meine eine durchgängige Skepsis gegenüber der Radio-, TV- und Printmedien-Berichterstattung gehört schon dazu, wenn man sich über die Vorgänge in seinem Umfeld umfassend informieren will. Nicht das ich paranoid wäre! Ich bin mir einfach sicher, dass je nach ideeller, finanzieller oder politischer Ausrichtung der Berichterstattenden Informationen durch- oder weggelassen werden – ganz im Sinne des Gatekeeper-Begriffs.
Leider machten mir es die werten Besetzerinnen und Besetzer nicht leicht. Auf der Twitter-Suche nach #unibrennt, #tu und #berlin fand’ ich zwar einige Tweets, doch von Neuigkeits- oder Informationsgehalt keine Spur. Als ich am Mittwochmittag suchte war der letzte Eintrag über eine Stunde, der zweite in der Liste über sechs Stunden alt. Sollten mich hier alle guten Twittergeister verlassen haben? Natürlich nicht!
Es gab freilich Informationen; auch über Twitter und diverse Blogs. Nur konnten davon leider nur die Interessierten profitieren, die den TU-Blog zur Aktion und den Twitter-Account @TUBerlinbrennt auch kannten. Alle anderen blieben im Dunklen. Kaum Links zwischen den Blogs (nicht einmal zwischen HU, TU und FU) und hauptsächlich die solidarischen Hashtags #unsereuni und #unibrennt, die im gesamten deutschen Sprachraum verwendet wurden …
Im Nachhinein wundert es mich nicht, dass ich so wenige konkrete Informationen zum Protest in meiner Uni gefunden habe. Ich bin schlicht von einer anderen Logik ausgegangen. Ich dachte, ich könne das Social-Web-Ordnungsprinzip der Verschlagwortung nutzen um Informationen über die TU zu bekommen. Viiiiiel zu kompliziert gedacht! Ich hätte mich einfach nur unter das Banner #unibrennt und #unsereuni stellen und ausdrücklich nach einem TU-Twitter-Account fragen müssen, die ich dann sicherlich von irgendeinem zusätzlich nach Schlagworten Suchenden auch bekommen hätte.
Es lag wohl an der Brisanz und Reichweite der Proteste, dass selbige ab Freitagabend doch noch ein recht annehmbares Echo in den traditionellen Medien erreichten. Einige der Formulierungen jedenfalls, die in den Blogs zum Thema zu finden waren, fanden sich auch in Print- und Online-Medien wieder. Das beweist für mich erneut, dass das Bloggen tatsächlich etwas bringt. Es nützt den Journalistinnen und Journalisten als Formulierungs- und Einstiegshilfe, muss im Falle der Studi-Proteste (zumindest in Berlin) aber noch viel weiter ausgebaut werden. Macht eure nützlichen, interessanten und verbreitungswürdigen Informationen doch bitte besser auffindbar!
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